Unabhängiges Nachschlagewerk zu biologischen Rhythmen, Licht und Schlaf. Wir stellen keine Diagnosen und ersetzen keinen Arztbesuch; keine Verbindung zur früheren Website unter dieser Domain. Bei Lebensgefahr rufen Sie 112 (oder die Notrufnummer Ihres Landes).

Glossar

Glossar

Begriffe rund um Biorhythmen tauchen immer öfter in Alltagsgesprächen auf: Die einen nennen sich „Eule“, die anderen klagen nach dem Urlaub über Jetlag. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe in einfacher Sprache. Es hilft, Texte und Gespräche über Schlaf zu verstehen, ist aber nicht dafür gedacht, den eigenen Zustand zu beurteilen – das ist Aufgabe der Ärztin oder des Arztes.

Das Wort „Chronotyp“ zu kennen, ist nützlich. Ihr Problem genau benennen kann aber nur eine Ärztin oder ein Arzt, die Ihnen vollständig zugehört haben.

— Gedanke der Redaktion

Rhythmen und Signale

Zirkadianer Rhythmus
Innerer Rhythmus des Körpers mit einer Periode von ungefähr einem Tag. Er beeinflusst Schlaf, Wachsein und andere Vorgänge und richtet sich nach äußeren Signalen, deren wichtigstes das Licht ist. Für Entdeckungen molekularer Mechanismen, die diesen Rhythmus steuern, wurde 2017 der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen.
Innere Uhr
Alltagsbezeichnung für das System, das dem Körper den Tagesrhythmus vorgibt. Morgenlicht hilft ihr, sich mit dem äußeren Tag abzugleichen, während helles Licht spät am Abend sie nach hinten verschieben kann.
Melatonin
Ein Hormon, das der Körper vor allem in den dunklen Stunden bildet. Alle Fragen zu Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel gehören ausschließlich in die Arztpraxis.
Chronotyp
Die Neigung eines Menschen zu früherem oder späterem Schlafen und Wachsein – im Alltag „Lerchen“ und „Eulen“ genannt. Mit dem Alter kann sich der Chronotyp verschieben: Jugendliche tendieren eher zu späten, ältere Menschen zu frühen Stunden.

Tagesablauf und Rhythmusstörungen

Desynchronisation, Jetlag
Fehlende Abstimmung zwischen innerer Uhr und äußerer Zeit, etwa nach einem Flug über mehrere Zeitzonen. Zeigt sich meist durch Schlafprobleme und Mattigkeit am Tag, bis sich der Körper umgestellt hat.
Sozialer Jetlag
So nennt man den Unterschied zwischen dem Tagesablauf an Arbeits- und an freien Tagen: Werktags steht man früh mit dem Wecker auf, am Wochenende schläft man deutlich länger. Es ist, als würde man jede Woche über Zeitzonen hin und zurück fliegen.
Schichtarbeit
Arbeit außerhalb der üblichen Tageszeit: nachts, frühmorgens oder im Wechselschichtsystem. Sie verlangt Wachsein, während die innere Uhr den Körper auf den Schlaf vorbereitet; Schlaf und Licht müssen daher besonders geplant werden.
Polarnacht
Jahreszeit jenseits des Polarkreises, in der die Sonne nicht über den Horizont steigt. Es gibt wenig Tageslicht; den Tagesablauf stützen eine feste Aufstehzeit und helles Licht in der Wohnung am Morgen.
Polartag
Jahreszeit jenseits des Polarkreises, in der die Sonne nicht untergeht. Es ist rund um die Uhr hell, daher sind ein abgedunkeltes Schlafzimmer und eine feste Schlafenszeit besonders wichtig.

Hilfe und Beobachtung

Schlafhygiene
Alltagsgewohnheiten, die einen gesunden Schlaf unterstützen: feste Aufstehzeit, dunkles und ruhiges Schlafzimmer, entspannter Abend, kein Kaffee am späten Abend, weniger helle Bildschirme vor dem Schlafen.
Schlaftagebuch
Tägliche Notizen darüber, wann Sie zu Bett gegangen sind, eingeschlafen sind, nachts aufgewacht und aufgestanden sind, und wie der Tag verlief. Es zeigt der Ärztin oder dem Arzt den Tagesablauf anschaulicher als Erinnerungen.
Schlafmedizin
Ärztliches Fachgebiet, das sich mit Schlafstörungen befasst. Meist gelangt man auf Anraten der Hausarztpraxis oder der Neurologie dorthin; wie das bei Ihnen vor Ort geregelt ist, erfahren Sie am besten in Ihrer Hausarztpraxis.

Wo diese Begriffe im Nachschlagewerk vorkommen

  • Themen

    Themenübersicht: wie die innere Uhr funktioniert, Licht im Tagesverlauf, Chronotyp, Schichtdienst, Fernreisen, hohe Breiten; dazu der Katalog.

  • Vorbeugung

    Alltagsgewohnheiten für einen stabilen Rhythmus: feste Aufstehzeit, Morgenlicht, Bewegung, ruhiger Abend und rechtzeitiger Arztbesuch.

  • Vorgehen

    Wie Sie Schlaf und Licht bei Schichtarbeit, nach Flügen und jenseits des Polarkreises planen, wohin Sie sich wenden und wie Sie ein Schlaftagebuch führen.

  • Forschung

    Wie Sie Meldungen über Schlaf und Biorhythmen lesen: reißerische Schlagzeilen, Mäuse und Menschen, Umfrage und Experiment, Finanzierung.

  • Fragen an Ärzte

    Fragen zu Schlaf, Schichtdienst, Tagesmüdigkeit und Nahrungsergänzungsmitteln, die Sie Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt stellen können.

  • Themen

    Themenübersicht: wie die innere Uhr funktioniert, Licht im Tagesverlauf, Chronotyp, Schichtdienst, Fernreisen, hohe Breiten; dazu der Katalog.

  • Vorgehen

    Wie Sie Schlaf und Licht bei Schichtarbeit, nach Flügen und jenseits des Polarkreises planen, wohin Sie sich wenden und wie Sie ein Schlaftagebuch führen.

  • Fragen an Ärzte

    Fragen zu Schlaf, Schichtdienst, Tagesmüdigkeit und Nahrungsergänzungsmitteln, die Sie Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt stellen können.

  • Quellen

    Auf welche Quellen sich das Nachschlagewerk stützt, warum es so wenige Zahlen enthält und wie Sie Ratschläge zu Schlaf und Licht selbst prüfen.

Quellen

  • Nobelkomitee – Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2017
  • American Academy of Sleep Medicine – Empfehlungen zur Schlafdauer von Erwachsenen (2015)

Das Nachschlagewerk stützt sich auf die Mitteilung des Nobelkomitees zum Preis 2017, auf Empfehlungen zur Schlafdauer von Erwachsenen und auf die Bewegungsempfehlungen der WHO in der Form, in der sie bei der Erstellung der Texte verfügbar waren. Das Wissen über Schlafrhythmen entwickelt sich weiter; Fragen zu Ihrem eigenen Befinden besprechen Sie daher am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt.